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Mahdgrünland

Grünland ist in ganz Deutschland im Rückgang begriffen. Seit 1991 ging die Fläche des Dauergrünlandes um mehr als 10 % zurück. Zurzeit beträgt der Anteil an der landwirtschaftlichen Nutzungsfläche 29,7 % (Statistisches Jahrbuch 2012). In Sachsen-Anhalt nimmt es mit 14,4 % (Statistisches Jahrbuch 2012) den geringsten Flächenanteil aller Bundesländer ein und konzentriert sich vorrangig in Schutzgebieten (Biosphärenreservate, FFH-Gebiete).
Neben der Problematik des kontinuierlichen Verlustes an Grünlandflächen werden diese zudem häufig nicht naturschutzgerecht genutzt. Eine Unternutzung führt genauso wie eine zu intensive Schnitthäufigkeit zu arten- und strukturarmen Wiesen. Während eine Unternutzung auf produktiven Standorten zur Streuanreicherung, zum Aufkommen von Brachzeigern und zum Verlust konkurrenzarmer Kräuter führt, sind intensiv genutzte Bestände durch Gräserdominanz und Kräuterarmut gekennzeichnet.

Um artenreiches Grünland zu erhalten oder zu entwickeln, sind standortangepasste Mahdtermine und Mahdhäufigkeiten ebenso wie die Düngung (Begrenzung der Stickstoffdüngung, Erfordernis der Grunddüngung) von großer Bedeutung. Im Rahmen von Managementplänen, Pflege- und Entwicklungsplänen und Nutzungskonzepten müssen nachvollziehbare, zielgerichtete und konkrete Maßnahmen für verschiedene Grünländer ausgesprochen werden. Dazu bedarf es einer regionalen und standörtlichen Differenzierung (Standortgruppen) und darauf abgestimmter Bewirtschaftungsempfehlungen.

Ist Grünland erst einmal stark artenverarmt, siedeln sich charakteristische und wertvolle Arten ohne direkt angrenzende Diasporenquellen in der Regel nicht wieder von selbst an. Die Aufwertung solch artenarmen Grünlandes kann über die verschiedenen Maßnahmen einer naturnahen Begrünung (z.B. Einbringen von Arten über Mahdgutauftrag, Ansaat) erfolgreich umgesetzt werden.