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Naturnahe Begrünung - Neuanlage und Aufwertung von Offenländern

Ansaat einer Wildpflanzenmischung auf geschüttetem Löß im Tagebau Roßbach im 14. Jahr (Juni 2014, Foto: A. Kirmer).

Naturnahe Begrünungsmethoden werden bereits seit vielen Jahren auf unterschiedlichsten Standorten erfolgreich umgesetzt (Beispiele in Kirmer & Tischew 2006). Die Auswahl der geeigneten Methode hängt von der Zielstellung (z. B. Erosionssicherung, Entwicklung naturnaher und pflegeextensiver Bestände, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen) und den gegebenen Standortbedingungen ab. Generell sollte die Methode gewählt werden, mit der die gewünschte Zielgesellschaft mit möglichst geringem Aufwand entwickelt werden kann. Auch Verfügbarkeit, Praktikabilität, Kosten, eventuelle Folgenutzungen und ein möglicher Nachsorgeaufwand (Pflege) sind zu berücksichtigen. Grundsätzlich sind dabei gebietseigene Herkünfte zu verwenden. Aufgrund der spezifischen Anpassungen der Arten an die jeweiligen Standortverhältnisse muss eine Spenderfläche mit vergleichbaren Biotoptypen ausgewählt werden, da die Arten dann optimal an die Bedingungen auf der Empfängerfläche angepasst sind. Das Material für die Begrünungsmaßnahmen kann in naturnahen Wiesenbeständen innerhalb der definierten Herkunftsgebiete durch verschiedene Methoden gewonnen werden. Allen diesen Methoden ist gemeinsam, dass durch ihren Einsatz die floristische Identität des Naturraumes bewahrt wird und sich auf den Empfängerflächen naturraumtypische Pflanzenbestände etablieren können.

Nachstehend bieten wir eine kompakte Übersicht über naturnahe Begrünungsmethoden. Nähere Ausführungen finden Sie im » [Informationssystem Naturnahe Begrünungsmaßnahmen ](INB).

» Frisches Mahdgut oder Heumulch

» Ausgebürstete Samen

» Oberbodenübertrag (Sodenschüttung, Sodenversetzung)

 

Die Umsetzung von naturnahen Begrünungmethoden wird in verschiedenen Projekten der Hochschule Anhalt praktiziert:

» Naturnahe Revitalisierung von Bergbaufolgelandschaften in Böhmen/Tschechien

» Central Europe Projekt: Semi-natural grassland as a source of biodiversity improvement (SALVERE)

» Modellprojekt zur Grünlandaufwertung in FFH-Gebieten mittels neuer Methoden zur Etablierung von Zielarten

» Großflächige Grünlandrenaturierung: Nutzung sog. Etablierungsfenster und hochdiverser Samenmischungen durch Know-How-Transfer und die Bereitstellung regionaler Samenmischungen in Ungarn

» Stärkung von Populationen der prioritären FFH-Anhangsart Jurinea cyanoides in Sachsen-Anhalt